Tätowieren als Leidenschaft –
in der ältesten Tätowierstube Deutschlands

Herbert Hoffmann, heute 82 Jahre alt, gilt als lebende Legende. Seine Lebensgeschichte ist untrennbar mit seiner Leidenschaft für Tätowierungen verbunden.


1919 in Stettin als Sohn eines Fleischermeisters geboren, wuchs der Junge behütet in einer kinderreichen und strengen, aber wohlhabenden, Handwerkerfamilie auf. Der nach strikt puritanischen Grundsätzen erzogene Herbert bewunderte schon früh die Tätowierungen der einfachen Arbeiter, die er mit Fleiß und Rechtschaffenheit assoziierte.

Wegen des Tätowierverbots im Dritten Reich kam Herbert Hoffmann erst nach der Rückkehr aus russischer Kriegsgefangenschaft im Alter von dreißig Jahren zu seinem ersten eigenen Tattoo.


Seit 1951 arbeitete der gelernte Kaufmannsgehilfe als Amateurtätowierer. Von seinem Freund und väterlichen Vorbild Christian Warlich, dem König der Tätowierer wurde Herbert Hoffmann sogar zum Kronprinzen gekürt. 1961 übernahm er den Laden eines ehemaligen Schrotthändlers auf der Hamburger Reeperbahn. Das Geschäft nannte er die Älteste Tätowierstube Deutschlands und machte es zu einem berühmten Laden innerhalb Europas.

Hamburg, St. Pauli, Hamburger Berg No 8

Zu seinen Kunden zählten neben Seeleuten und Hafenarbeitern auch einige prominente Persönlichkeiten, die den exotisch-anrüchigen Ort auf St. Pauli nur heimlich besuchten. Herbert Hoffmann hat viele von ihnen nicht nur tätowiert, sondern auch photographiert und ihre Lebensgeschichte aufgezeichnet.